Heute lagen die Sterne hinter dicken Wolken versteckt für den SV. Allein die Tatsache, dass kein Schiedsrichter es für nötig erachtete dem heutigen Spiel beizuwohnen, brachte erhebliche Anspannung und Sorge in unser Team. Entschieden wurde, dass Vatanspor einen Schiedsrichter aus den eigenen Reihen stellte, was immer ein enormes Risiko bedeutet. Die Anspannung auf das kommende Spiel stand unseren Spielern ins Gesicht geschrieben, sie wußten, dass es ein körperbetontes, hartes Spiel werden würde. Das sollte sich auch über die 90 Minuten bestätigen. Chaos pur in den ersten Minuten. Kada vertendelt schon nach 5 Minuten einen Ball, ein Derner alleine vor unserem Tor, die Führung zum 1:0. Die Anspannung artete in Meckerei und der Fehlersuche in den eigenen Reihen aus. Anstatt so etwas runterzuschlucken waren wir genauso überrascht wie überfordert, um mit dieser Situation umgehen zu können. Folglich brachen wir teilweise auseinander und spielten mehr gegeneinander, wie miteinander. Die junge Truppe schaffte es nicht, ihr Spiel souverän aufzubauen und lies sich auf Nicklichkeiten ein. Der Schiedsrichter gab sein übriges, der ebenfalls sichtlich überfordert war mit dem Spiel, auch wenn er gegen die Rufe der eigenen Spieler und Fans einen berechtigten Elfmeter in der 20. Minute für uns pfiff, den Kalla sicher verwandelte. Das Spiel änderte sich dadurch kurzzeitig und wir kämpften uns streckenweise nach Vorne. So dauerte es nicht lange bis zum Führungstreffer durch einen Schuß ebenfalls von Kalla in den Winkel und kurz darauf ein strammer unhaltbarer Schuß aus gut 25m von Ahmed, der die Führung zum 3:1 bedeutete. Ein kurioser Rückpass aus dem Mittelfeld, anstatt zur eigenen Abwehr, legte den Ball einem gegnerischen Stürmer in den Lauf, der sich für den Anschlußtreffer und gleichzeitig den Halbzeitstand bedankte.

Die erste Halbzeit war brutal, Fouls an uns wurden nicht gepfiffen, leichte Berührungen unsererseits gnadenlos geahndet. So etwas erlebt man sicherlich oft, wenn der Gegner die Pfeife in die Hand nimmt, aber das war schon brutal, was unsere Spieler durchmachen musste. Gestreckte Beine flogen in die Schienbeinschoner, Ellbogen fuhren raus bei Kopfbällen, usw. In der Halbzeit wurde der Schiedsrichter ausgetauscht, da er sichtlich überfordert war und zu deutlich Partei ergriff. Der Schiedsrichter in der 2. Halbzeit war einen Tacken besser, aber lies auf beiden Seiten dennoch viel laufen.

Trotzallem drängten wir dem Gegner nach und nach unser Spiel auf und liesen unsere Köpfe nicht hängen, an der brutalen Härte änderte sich kaum etwas, nur dass mehr und mehr gepfiffen wurde. Mit dem 4:2, aus unserer Sicht brachten wir zumindest in unser Spiel mehr Ruhe rein, unser Defensivspieler Marvin Pyritz knallte den Ball aus 16m unhaltbar in die Ecke. Spätestens sein Treffer brachte unsere Jungs dazu den Ball laufen zu lassen und den Gegner clever auszuspielen. Die Gegner antworteten darauf mit überzogener Härte. So wurde in der 70. Minute der frisch eingewechselte Voß körperlich angegangen, zuerst wurde er nach einem fairen Zweikampf von hinten geschubst, dann in Eishockeymanier hart angegangen und geschlagen.  Sofort kam es zu einer Rudelbildung, wo zum Glück nicht die Fäuste flogen, sondern die angerannten Spieler zum Schlichten heran eilten. Die Sache wurde hektisch diskutiert, die Kontrahenten getrennt und sofort ausgewechselt. Dennoch kochte die Situation am Spielfeldrand. Das Spiel ging daraufhin in die Endphase, wo wir einen Treffer von Milo nicht anerkannt bekamen, wobei man nicht sicher sein kann, ob das nicht vielleicht doch eine richtige Entscheidung war, ein Treffer von Milos erstem Versuch allerdings zählte und bedeutete letztlich auch den Endstand von 5:2 aus unserer Sicht. Nach dem Spiel ging es friedlich zu, die Anspannungen verflogen und man verabschiedete sich mit Handschlag. So wie es im Fußball sein soll, was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Die Gegner nahmen ihre Niederlage fair in Kauf und der SV feierte seinen 4. Sieg im 5. Spiel.

Nächste Woche erwarten wir zu Hause die Kirchderner Mannschaft, welche ein ernstzunehmender Gegner sind und es sicherlich nicht einfach wird, weitere 3 Punkte einzufahren. Dennoch sind wir gewillt und werden alles geben. Das heutige Spiel wird bis dahin aus den Köpfen sein und einzig der Erfolg wird im Vordergrund stehen. Zu Hause sind wir schon gar nicht bereit, Punkte abzugeben und das werden wir nächste Woche auf dem Platz auch den Kirchdernern beibringen.

   
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